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Gerüchte über ein Amnestiegesetz kursieren

Fijáte 213 vom 5. Juli 2000, Artikel 4, Seite 4

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Gerüchte über ein Amnestiegesetz kursieren

Dies ist eine mögliche Erklärung dafür, dass ein solcher Gesetzesentwurf zum jetzigen Zeitpunkt präsentiert wird. Aus nationalen wie internationalen Menschenrechtskreisen werden vermehrt die Aufklärung der VGMassakerNF und Kriegsverbrechen gefordert, in einigen Fällen, z.B. dem Massaker von VGDos ErresNF, laufen bereits Prozesse. Auch Ríos Montt käme ein Amnestiegesetz gelegen, wurden doch nebst der Klage VGRigoberta MenchúsNF vor dem VGSpanischenNF Gerichtshof auch innerhalb Guatemalas Klagen gegen ihn eingereicht.

Dreissig guatemaltekische Menschenrechtsorganisationen veröffentlichten eine Presseerklärung, in der sie sich gegen ein Amnestiegesetz aussprachen. Sie fordern den Kongress und die Justiz dazu auf, sich auf die Konsolidierung des Rechtsstaats zu konzentrieren, insbesondere auf die Einhaltung der Empfehlungen Nr. 47 und 48 des Berichts Memoria del Silencio (Erinnerung des Schweigens) der VGWahrheitskommissionNF, in denen die Wichtigkeit der Anwendung des Gesetzes über die nationale Versöhnung betont wird.

Die Menschenrechtsorganisationen fordern Präsident Portillo auf, seine Versprechen wahrzumachen, die Friedensabkommen gesetzlich zu verankern. Jeder Schritt in eine entgegengesetzte Richtung bedeute eine Verspottung der guatemaltekischen Bevölkerung, insbesondere der Würde der Opfer.


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