Das Schulprojekt Niño Obrero in Antigua Guatemala
Das Projekt
2003 übernahm Carlos Toledo die 1993 gegründete Schule "Niño Obrero" in Antigua Guatemala (etwa 40 km von der Hauptstadt entfernt) und integrierte sie in sein Gesamtprojekt Asociación Nuestros Derechos.
Niño Obrero heißt soviel wie "arbeitendes Kind" und bezieht sich auf Kinder von Wanderarbeitern, aber auch auf Kinder armer Familien in der Stadt, die bereits von klein auf mithelfen müssen, das tägliche Überleben der Familien zu sichern.
Die sechs Lehrerinnen im Schulprojekt Niño Obrero unterrichten etwa 170 Kinder, die aufgrund ihres Alters aus dem staatlichen Schulsystem herausfallen.
Hintergrund
Da die Kinder ihre Eltern bei der Arbeit unterstützen und zum Unterhalt der Familie beitragen müssen, ist ein regelmäßiger Schulbesuch oft nicht möglich.
Die Kinder arbeiten auf den Feldern der Familie oder verkaufen Waren auf dem Markt oder in der Stadt. Sie wohnen in Slums am Rande der Müllhalde oder im Rotlichtmilieu, erleben Alkohol und Drogenmissbrauch, Prostitution und Gewalt. Die Folge: Verhaltensstörungen, Konzentrationsschwäche, Schulabbruch. Viele landen auf der Straße und führen dort ein elendes Leben. Die Lehrerinnen im Projekt arbeiten daher nicht nur im pädagogischen Bereich; sie sind gleichzeitig Erzieherin, Therapeutin und oft auch Familienersatz.
Die Schule
Niño Obrero bietet eine sechsstufige Schulausbildung mit Abschluss. Damit haben die Kinder eine Chance, Arbeit zu finden, die ihnen ein selbstständiges Leben fernab von Straße und Slum ermöglicht.
Wichtig!
- Die Schulausbildung im Projekt ist für die Kinder altersunabhängig. Die Aufnahme in eine Klasse orientiert sich allein am Wissensstand des einzelnen Kindes. So können auch ältere Kinder noch mit der Schule beginnen oder sie fortsetzen.
- Die Schule ist für die Kinder absolut kostenfrei. Materialien wie Hefte oder Stifte werden von der Schule gestellt, eine Schuluniform gibt es nicht.
- Neben dem Unterricht lernen die Schülerinnen und Schüler wichtige Grundregeln des Zusammenlebens, soziale Verhaltensnormen sowie einfache Hygienemaßnahmen. So wird neben dem regelmäßigen Zähneputzen und Händewaschen auch vermittelt, wie man Lehrer und Mitschüler respektvoll behandelt oder dass es möglich ist, Konflikte ohne Gewalt zu lösen.
- Die Kinder erhalten in der Schule eine warme Mahlzeit. Oft ist das für sie die einzige am Tag. Vorbereitet und aufgeräumt wird gemeinsam mit den Lehrerinnen. Das fördert das soziale Verhalten und stärkt das Verantwortungsbewusstsein der Schülerinnen und Schüler.
Die Roland-Hansen-Gedächtnisstiftung
Die Stiftung erinnert an Roland Hansen, , der sich mit großem Einsatz vernachlässigten Jugendlichen gewidmet hat, um ihnen eine neue Lebensperspektive zu geben. In seinem Sinn unterstützt die Stiftung in Armut lebende Kinder im Schulprojekt Niño Obrero in Antigua, Guatemala. Durch eine gute Schulbildung bekommen sie die Chance, ein eigenständiges, verantwortungsbewusstes Leben zu führen.
Die gemeinnützige Stiftung finanziert derzeit die Gehälter der Lehrerinnen des Schulprojektes Niño Obrero. So kann eine kontinuierliche Ausbildung der Kinder garantiert werden.
Das Lisa-Meitner-Gymnasium in Böblingen
Seit 2003 haben die LehrerInnen und die SchülerInnen des Lisa-Meitner-Gynmasiums Niño Obrero als Schulprojekt etabliert. Sie veranstalten jedes Jahr einen Weihnachtsbasar zugunsten des Projekts, was jedes Jahr einige Tausend Euro für die Arbeit in Niño Obrero bringt.
2009 haben sogar einige Schülerinnen und Schüler an einem Schulwettkampf des Tigerenten Clubs im ARD teilgenommen. Sie haben gewonnen und stifteten den Gewinn von 600 Euro für das Schulprojekt!
Bildergalerien
Bildergalerie: Bilder aus der Schule
Bildergalerie: Bilder der Schulkinder


